Deutschland: “…Bleibt die Frage: Warum werden Immobilien so häufig als gutes Investment eingeschätzt?
- Menschen verwechseln wenig aussagekräftige nominale Wertsteigerungen mit wirklich relevanten realen Wertsteigerungen (also mit Wertsteigerungen nach Abzug der Inflation).
- Bei Immobilien fehlen täglich sichtbare, echte Marktpreise. Denn Gebäude sind, anders als Wertpapiere, nicht börsennotiert. Für ein gegebenes Jahr oder Jahrzehnt erlaubt das dem Eigentümer, sich fast beliebige Vorstellungen zu Rendite und Stabilität seines Investments zu machen – ohne Realitäts-Check.
- Aktuell spielt noch der sogenannte Recency Bias („Kürzlichkeitsdenkfehler“) eine Rolle: Menschen unterliegen dem Irrglauben, die jüngere Vergangenheit sei bei Investments besonders repräsentativ und relevant für die Zukunft. Eher das Gegenteil dürfte zutreffen, da Immobilien einer „Regression zum Mittelwert“ unterliegen: Auf Phasen besonders hoher Preissteigerungen folgen in der Historie stets tendenziell Phasen niedrigerer Anstiege oder sogar Preisrückgänge. Umgekehrt folgen auf Phasen besonders geringer Preissteigerungen tendenziell kräftigere Preisanstiege.
- Für jede Immobilie, die sich besser entwickelte als der dargestellte Mittelwert, existiert eine andere, die deutlich schlechter abschnitt. (Klingt erstmal komisch, ist aber nach kurzem Nachdenken logisch, denn der Mittelwert entsteht ja aus einer größeren und einer kleineren Zahl.)
- Bei Immobilien überwiegt der Blick auf den Einzelfall. Bei Aktien wird auf die Assetklasse geschaut (also auf alle Aktien), bei Immobilien immer nur auf das konkrete Objekt. Und natürlich gibt es da echte Schnäppchen und Renditewunder – genauso wie es Durchstarter-Aktien gibt. In der Gesamtheit aller Immobilien und aller Aktien sind aber die Zahlen so, wie sie sind….“
Quelle und Volltext: focus.de


