Freising: „..
Der eine schwärmt von der neuen Lichthofdecke im Diözesanmuseum, der andere bezeichnet sie “als Sünde” und trauert der alten Konstruktion nach. Die ist jedoch mit Schadstoffen belastet und wird unter anderem deshalb nicht mehr verwendet. Und Geschmäcker sind halt verschieden.
..Und so gefällt nicht jedem das Aussehen der neuen Lichthofdecke im Diözesanmuseum auf dem Domberg. Robert Weller (FW) bezeichnete sie im Planungsausschuss des Freisinger Stadtrats als “weiß und langweilig”. Christoph Spieß vom Bauamt schwärmte dagegen von einer “unwahrscheinlich schönen Lichtstimmung”. Wie dem auch sei: Die alte Holzdecke, deren Wegfall Weller eine “Sünde” nannte, war mit Schadstoffen belastet und, wie Spieß sagte, schon einmal nicht denkmalgerecht saniert worden. Bis auf Weller und Guido Hoyer (Linke) stimmte die Mehrheit im Ausschuss einem entsprechenden Änderungsantrag zu; ebenso wie der Verwendung von Naturstein an der Außenwand des Museums und dem Bau einer Fluchttreppe aus einem Tiefkeller.
Eigentlich hätte die alte Holzdecke wieder eingebaut werden sollen. Bei ihrem Rückbau kamen aber Schäden zutage, die offenbar von Sanierungsarbeiten in den Neunzigerjahren herrührten. 40 Prozent der Gesamtkonstruktion seien schadhaft, hieß es in einer Beurteilung. In der Kassettendecke und der Tragkonstruktion sind zudem die Schadstoffe Lindan und PCB enthalten. In Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege habe man sich deshalb dazu entschlossen, die Rekonstruktion der Lichthofdecke nicht weiterzuverfolgen, sondern eine Neukonstruktion zu entwickeln. Von der alten wäre nicht viel zu erhalten gewesen, sagte Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher. Eine Rekonstruktion wäre nicht zielführend gewesen. Die neue erinnert an die prägende historische Tragstruktur im Dachgeschoss. Lichtdurchlässige Membranen lassen den natürlichen Lichteinfall über das Glasdach zu…“
Quelle und Volltext: sueddeutsche.de